pH-Regulator

POTASSIUM HYDROXIDE
Anorganische Base (Alkalihydroxid)

POTASSIUM HYDROXIDE ist Wird industriell durch Elektrolyse von Kaliumchlorid-Lösung (KCl) gewonnen. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.

CAS: 1310-58-3  |  Auch bekannt als: Kalilauge, Ätzkali, Kaliumhydrat, Kaustisches Kali, Caustic Potash, Potassium Lye, E525 (Lebensmittelzusatzstoff)
Stoffklasse Anorganische Base (Alkalihydroxid)
INCI-Name POTASSIUM HYDROXIDE
CAS-Nummer 1310-58-3
Qualitaet EU-Kosmetikverordnung konform

Was ist POTASSIUM HYDROXIDE?

Kaliumhydroxid (KOH), auch Kalilauge oder Ätzkali genannt, ist eine der ältesten chemischen Substanzen in der Kosmetikherstellung – bereits im alten Ägypten wurde es zur Seifenproduktion genutzt. In modernen Formulierungen ist es der unsichtbare pH-Dirigent, der saure Wirkstoffe wie AHA-Säuren, Vitamin C oder Retinoide hautverträglich macht, ohne ihre Wirksamkeit zu beeinträchtigen. Im Gegensatz zu Natriumhydroxid (NaOH) erzeugt KOH bei der Verseifung von Pflanzenölen weiche Kaliumseifen, die besonders mild reinigen und für empfindliche Hauttypen geeignet sind. Die besondere Eigenschaft: Kaliumseifen ziehen Feuchtigkeit an (hygroskopisch) und hinterlassen ein geschmeidiges statt spannendes Hautgefühl. In der INCI-Liste erscheint KOH oft am Ende, weil es nur in Spuren zur pH-Korrektur benötigt wird – doch ohne diesen präzisen pH-Regulator wären viele hochwirksame Formulierungen nicht hautverträglich.

Wusstest du? Historisch wurde Kaliumhydroxid durch Auslaugen von Pflanzenasche gewonnen – daher der alte deutsche Name 'Pottasche' (englisch: potash). Die Kaliumverbindungen stammten aus verbranntem Holz, Algen oder Meerespflanzen. Erst 1807 isolierte Humphry Davy das Element Kalium durch Elektrolyse. Heute wird KOH industriell in Chlor-Alkali-Elektrolyse-Anlagen hergestellt – dieselbe Technologie, die auch Chlor für die Wasseraufbereitung liefert.

Woher kommt POTASSIUM HYDROXIDE?

Wird industriell durch Elektrolyse von Kaliumchlorid-Lösung (KCl) gewonnen. Dabei entstehen Kaliumhydroxid, Wasserstoff und Chlor. In der Kosmetik wird hochreines Kaliumhydroxid verwendet, das strengen pharmazeutischen Qualitätsstandards entspricht. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.

Wie wirkt POTASSIUM HYDROXIDE auf zellulaerer Ebene?

Kaliumhydroxid ist eine starke Base, die in wässriger Lösung vollständig zu Kalium-Kationen (K⁺) und Hydroxid-Anionen (OH⁻) dissoziiert. Die OH⁻-Ionen erhöhen den pH-Wert der Formulierung, indem sie Protonen (H⁺) binden. In Verbindung mit Fettsäuren bildet KOH durch Verseifungsreaktion Kaliumseifen, die als milde Emulgatoren und Reinigungssubstanzen wirken. Im Gegensatz zu Natriumhydroxid (NaOH) entstehen dabei weichere, hautfreundlichere Seifen.

So wirkt POTASSIUM HYDROXIDE auf deine Haut

pH-Wert Stabilisierung

Neutralisiert saure Wirkstoffe wie Vitamin C, AHAs oder Salicylsäure auf einen hautverträglichen pH-Bereich von 3.5-5.5. Ohne diese Pufferung würden viele Säure-basierte Formulierungen Hautirritationen, Rötungen und Barriereschäden verursachen. Die präzise pH-Einstellung ist entscheidend für die Wirkstoffstabilität und Hauttoleranz.

Kaliumseifen-Bildung

Reagiert mit langkettigen Fettsäuren (z.B. Stearinsäure, Ölsäure) zu Kaliumsalzen dieser Fettsäuren. Diese Kaliumseifen sind wasserlöslich, bilden feinere Mizellen als Natriumseifen und wirken als milde Emulgatoren. Sie ermöglichen Öl-in-Wasser-Emulsionen ohne aggressive synthetische Tenside.

Antimikrobielle Unterstützung

Durch die pH-Anhebung schafft KOH ein ungünstiges Milieu für viele pathogene Bakterien und Pilze, die saure Bedingungen bevorzugen. In Kombination mit organischen Säuren entstehen Puffersysteme, die den Haut-pH stabilisieren und so die natürliche Hautflora stärken. Wird häufig in Fußpflegeprodukten gegen Pilzbefall eingesetzt.

Keratolytische Wirkung

In höheren Konzentrationen (0.5-2%, immer gepuffert) lockert KOH die Bindungen zwischen Korneozyten in der Hornschicht. Dies beschleunigt die Desquamation (Abschuppung) und verbessert die Penetration nachfolgender Wirkstoffe. Der Effekt ist sanfter als bei reinen Säure-Peelings, da Kaliumseifen gleichzeitig rückfettend wirken.

Verseifung natürlicher Öle

Ermöglicht die Herstellung traditioneller Naturseifen aus Pflanzenölen (Olivenöl, Kokosöl, Rizinusöl). Die entstehenden Kaliumseifen sind biologisch vollständig abbaubar, hautschonender als synthetische Sulfate (SLS/SLES) und hinterlassen ein weiches Hautgefühl ohne Spannungseffekt.

Dosierung & Regulierung

Typische Einsatzkonzentration: 0.01-2% je nach Anwendung. In Emulsionen typisch 0.05-0.3% zur pH-Einstellung, in Peelings bis 2% zur Keratolyse (immer mit Säuren gepuffert)
EU-Regulierung: Keine spezifische Einschränkung gemäß EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. Muss jedoch in fertigen Produkten auf physiologischen pH-Bereich (4.5-8.5) neutralisiert sein

Fuer wen ist POTASSIUM HYDROXIDE geeignet?

Unreine Haut

Kaliumseifen aus der Verseifung reinigen Poren gründlich, ohne die Hautbarriere so stark zu entfetten wie Natriumseifen

Verhornungsstörungen

In gepufferten Systemen unterstützt KOH die Wirkung von AHA/BHA-Säuren bei der Ablösung abgestorbener Hautzellen

Empfindliche Haut

Stabilisiert den pH-Wert von Formulierungen im hautfreundlichen Bereich und verhindert Irritationen durch zu saure oder basische Produkte

POTASSIUM HYDROXIDE in deiner Routine

pH-Messung vor Anwendung

Bei Produkten mit AHA/BHA/Vitamin C immer den pH-Wert überprüfen. Optimal: 3.5-4.5 für Säure-Peelings, 5.0-6.0 für Vitamin-C-Seren. KOH wird nur tropfenweise zugegeben, bis der Ziel-pH erreicht ist.

Nicht pur verwenden

Kaliumhydroxid ist in konzentrierter Form stark ätzend (pH >13). In kosmetischen Fertigprodukten ist es bereits neutralisiert. DIY-Formulierer sollten mit 10-20%iger Lösung arbeiten und immer Schutzbrille/Handschuhe tragen.

Kombination mit Säuren

Ideal zur Herstellung gepufferter AHA-/BHA-Systeme. Zuerst Säure in Wasser lösen, dann KOH-Lösung tropfenweise unter Rühren zugeben, bis pH 3.5-4.0 erreicht ist. Nachruhezeit 24h vor Anwendung (Äquilibrierung).

Seifenherstellung (Heißverseifung)

Für Flüssigseifen: 15-20% KOH-Lösung mit Pflanzenölen im Wasserbad erhitzen (70-80°C) bis zur Gelphase. Anschließend verdünnen und auf pH 9-10 einstellen. Niemals selbst formulieren ohne exakte SAP-Werte (Verseifungszahlen) der verwendeten Öle.

Lagerung: KOH ist hygroskopisch – zieht Wasser und CO₂ aus der Luft an, wodurch es zu Kaliumcarbonat (K₂CO₃) reagiert. Konzentrierte Lösungen daher luftdicht lagern. In kosmetischen Formulierungen stabil, da bereits neutralisiert. Bei Seifen kann überschüssiges KOH (Überfettungsfehler) zu Hautreizungen führen – pH-Kontrolle vor Anwendung empfohlen.

RAU Cosmetics Produkte mit POTASSIUM HYDROXIDE

Haeufige Fragen zu POTASSIUM HYDROXIDE

Warum steht Kaliumhydroxid in der INCI-Liste, wenn es so ätzend ist?

Kaliumhydroxid wird ausschließlich als Hilfsstoff zur pH-Einstellung verwendet und ist im Endprodukt nicht mehr in freier Form vorhanden. Es hat mit Säuren (z.B. Zitronensäure, Milchsäure) oder Fettsäuren reagiert und liegt als neutralisiertes Salz vor. Der pH-Wert fertiger Kosmetika muss zwischen 4.5 und 8.5 liegen – kontrolliert durch Qualitätssicherung. Die INCI-Deklarationspflicht besteht, weil der Stoff im Herstellungsprozess eingesetzt wurde.

Ist Kaliumhydroxid dasselbe wie Natriumhydroxid (NaOH)?

Chemisch sehr ähnlich (beide starke Basen), aber kosmetisch gibt es wichtige Unterschiede. Natriumhydroxid (Natronlauge) bildet mit Fettsäuren harte Natriumseifen (Kernseife), die stark entfetten. Kaliumhydroxid erzeugt weiche Kaliumseifen (Schmierseife), die milder reinigen und feuchtigkeitsanziehender sind. Deshalb wird KOH bevorzugt für Gesichtspflege, Babyprodukte und Flüssigseifen eingesetzt, während NaOH eher in festen Haushaltsseifen zum Einsatz kommt.

Kann ich KOH-haltige Produkte mit Vitamin-C-Seren kombinieren?

Ja, ohne Probleme – tatsächlich enthalten viele Vitamin-C-Seren selbst Kaliumhydroxid zur pH-Stabilisierung. Ascorbinsäure (Vitamin C) ist nur bei pH 3.0-3.5 optimal wirksam, würde aber pur massive Hautirritationen verursachen. KOH wird zugegeben, um den pH auf verträgliche 3.5-4.0 anzuheben. Die Kombination verschiedener KOH-stabilisierter Produkte ist unbedenklich, solange der Gesamt-pH im Bereich 3.5-6.0 bleibt.

Warum riecht meine KOH-Seife manchmal ranzig?

Kaliumseifen sind anfälliger für Oxidation als synthetische Tenside, weil sie aus ungesättigten Fettsäuren bestehen (z.B. Linolsäure aus Sonnenblumenöl). Ungesättigte Doppelbindungen reagieren mit Luftsauerstoff zu Peroxiden, die den typischen ranzigen Geruch verursachen. Abhilfe: Antioxidantien wie Tocopherol (Vitamin E) 0.1-0.5% zugeben, Produkt kühl und dunkel lagern, luftdichte Verpackung wählen. Gesättigte Öle (Kokosöl, Babassuöl) sind oxidationsstabiler.

Ist Kaliumhydroxid natürlich oder synthetisch?

Kaliumhydroxid ist ein synthetischer Stoff, auch wenn es aus natürlich vorkommenden Kaliumsalzen gewonnen wird. Die Elektrolyse ist ein industrieller Prozess. Trotzdem ist KOH in Naturkosmetik (COSMOS, NaTrue) zugelassen, weil es als unverzichtbarer Hilfsstoff zur Herstellung von Naturseifen gilt und im Endprodukt nicht mehr nachweisbar ist. Es gibt keine natürliche Alternative für die Verseifung von Pflanzenölen.

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