PHA (Bionic Acid)

Lactobion Säure
Polyhydroxysäure (PHA) der zweiten Generation

Lactobion Säure ist Wird durch Oxidation von Lactose (Milchzucker) gewonnen. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.

INCI: Lactobionic Acid  |  CAS: 96-82-2  |  Auch bekannt als: Lactobionic Acid, 4-O-β-D-Galactopyranosyl-D-gluconic acid, Bionic Acid, PHA (Polyhydroxy Acid), Lactose acid, 4-O-β-Galactopyranosyl-D-gluconsäure
Stoffklasse Polyhydroxysäure (PHA) der zweiten Generation
INCI-Name Lactobionic Acid
CAS-Nummer 96-82-2
Komedogenitaet Grad 0 (nicht komedogen)

Was ist Lactobion Säure?

Lactobionsäure zählt zur zweiten Generation der Hydroxysäuren – den sogenannten Polyhydroxysäuren (PHAs) oder präziser: Bionic Acids. Im Gegensatz zu klassischen AHAs wie Glykolsäure verfügt sie über eine deutlich größere Molekülstruktur (358 Dalton) mit 12 Hydroxylgruppen, was sie zum sanftesten chemischen Peeling-Wirkstoff macht. Ursprünglich in den 1970er Jahren von den Dermatologen Eugene Van Scott und Ruey Yu entdeckt, wurde sie zunächst in der Organtransplantation eingesetzt – die University of Wisconsin entwickelte die 'UW Solution' mit Lactobionsäure zur Konservierung von Spenderorganen. Ihre außergewöhnlichen Chelator-Eigenschaften (Bindung freier Metallionen) und gleichzeitige Feuchthaltefähigkeit machten sie später zum Star-Ingredient für empfindliche und anspruchsvolle Hauttypen. Besonders interessant: Sie ist eines der wenigen Säure-Peelings, das nicht photosensibilisierend wirkt.

Wusstest du? Lactobionsäure wird in der Medizin als Konservierungslösung für Spenderorgane verwendet – die 'UW Cold Storage Solution' hält Nieren, Lebern und Herzen bis zu 30 Stunden transplantationsfähig. Dieselbe Eigenschaft, die Organe schützt (Chelation + Antioxidation), macht sie auch zum Hautschutz-Wirkstoff.

Woher kommt Lactobion Säure?

Wird durch Oxidation von Lactose (Milchzucker) gewonnen. Entsteht natürlich auch bei der bakteriellen Fermentation in Milchprodukten. Gehört zur Gruppe der 'Bionic Acids' – PHAs mit zusätzlichen Antioxidans-Eigenschaften durch ihre Chelator-Struktur. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.

Wie wirkt Lactobion Säure auf zellulaerer Ebene?

Wirkt als sanftes Keratolytikum durch Auflösung der interzellulären Kittsubstanz im Stratum corneum – dabei deutlich größere Molekülgröße (358 Da) als AHAs, wodurch langsamere und schonendere Penetration erfolgt. Fungiert gleichzeitig als Chelator von Metallionen (Fe2+, Cu2+), die freie Radikale katalysieren würden. Bindet bis zu 12 Wassermoleküle pro Molekül durch ihre zahlreichen Hydroxylgruppen, was intensive Feuchtigkeitsbindung ermöglicht.

So wirkt Lactobion Säure auf deine Haut

Sanfte PHA-Exfoliation

Anders als klassische AHAs (z.B. Glykolsäure mit 76 Da) dringt Lactobionsäure aufgrund ihrer Molekülgröße von 358 Da nur in die oberen Hautschichten ein. Dies führt zu einer kontrollierten Desquamation ohne aggressive Ablösung, ideal für empfindliche oder postinflammatorische Haut. Die Exfoliation erfolgt über 6-8 Stunden statt sofort.

Metallionen-Chelation

Bindet freie Eisen- und Kupferionen in der Haut, die als Katalysatoren für Fenton-Reaktionen fungieren und oxidativen Stress verursachen. Diese Chelator-Funktion unterscheidet PHAs von AHAs und macht Lactobionsäure zu einem starken indirekten Antioxidans – schützt vor Lipidperoxidation und DNA-Schäden.

Intensiv-Hydratation

Jedes Lactobionsäure-Molekül verfügt über 12 Hydroxylgruppen, die jeweils ein Wassermolekül binden können. Dies ergibt eine theoretische Wasserkapazität von über 50% des Molekulargewichts – deutlich mehr als klassische Humectants. Gleichzeitig stärkt es die Ceramid-Barriere durch Stimulation der Ceramid-Synthese.

Kollagen-Remodeling

Steigert die Expression von Typ-I-Kollagen und reduziert MMP-1 (Kollagenase) um bis zu 20%. Zusätzlich fördert es die Synthese von Glykosaminoglykanen (GAGs) in der dermalen Matrix, was die Hautdichte und Elastizität verbessert. Dieser Effekt zeigt sich nach 8-12 Wochen regelmäßiger Anwendung.

Photoschutz-Verstärkung

Reduziert UV-induzierte oxidative Schäden durch Chelatbildung mit Metallionen, die sonst Hydroxylradikale generieren würden. In Kombination mit UV-Filtern zeigt sich eine synergistische Schutzwirkung – reduziert Erythembildung um ca. 15% im Vergleich zu UV-Filtern allein.

Dosierung & Regulierung

Typische Einsatzkonzentration: 3-10% in Peelings und Seren, 1-5% in Tagescremes, bis zu 15% in professionellen Behandlungen
EU-Regulierung: Keine spezifische Einschränkung gemäß EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009

Fuer wen ist Lactobion Säure geeignet?

Empfindliche Haut

Die große Molekülstruktur verhindert tiefe Penetration und minimiert Irritationen – ideal für Haut, die klassische AHAs nicht verträgt.

Rosazea-Haut

Entzündungshemmende und gefäßstabilisierende Eigenschaften durch Antioxidans-Wirkung und sanfte Exfoliation ohne Rötungsrisiko.

Reife Haut

Stimuliert die Kollagen- und Glykosaminoglykan-Synthese, während es Matrix-Metalloproteinasen (Kollagen-abbauende Enzyme) hemmt.

Trockene Haut

Außergewöhnliche Humectant-Eigenschaften durch 12 Hydroxylgruppen – bindet mehr Wasser als Hyaluronsäure pro Molekül.

Lactobion Säure in deiner Routine

Abends nach der Reinigung

2-3 Tropfen eines 5-10%igen Lactobionsäure-Serums auf die gereinigte, trockene Haut auftragen. Nicht ausspülen. Bei erstmaliger Anwendung nur 2-3x wöchentlich beginnen, nach 2 Wochen auf tägliche Anwendung steigern.

Einwirkzeit beachten

10-15 Minuten warten, bevor weitere Produkte aufgetragen werden. Lactobionsäure benötigt Zeit für die Chelat-Bildung und Penetration – sofortige Überschichtung reduziert die Wirksamkeit um bis zu 40%.

Feuchtigkeitspflege ergänzen

Anschließend eine reichhaltige Creme mit Ceramiden oder Niacinamid auftragen. Lactobionsäure bereitet die Haut optimal für nachfolgende Wirkstoffe vor (erhöhte Penetration um 20-30%).

Morgendlicher UV-Schutz (obligatorisch)

Am Morgen nach der Anwendung mindestens LSF 30 verwenden. Obwohl Lactobionsäure keine Photosensibilisierung verursacht (im Gegensatz zu AHAs), verstärkt die Exfoliation die UV-Empfindlichkeit leicht.

Lagerung: Sehr stabil, nicht oxidationsanfällig. Im Gegensatz zu AHAs keine Photodegradation. Kann in luftdichten oder offenen Formulierungen verwendet werden. Optimaler pH-Bereich für maximale Wirksamkeit: 3.5-4.5. Bei pH > 5 reduzierte Exfoliation, aber Chelator- und Humectant-Funktion bleiben erhalten.

RAU Cosmetics Produkte mit Lactobion Säure

Haeufige Fragen zu Lactobion Säure

Warum gilt Lactobionsäure als 'Bionic Acid' und nicht einfach als PHA?

Der Begriff 'Bionic Acid' wurde von den Dermatologen Van Scott und Yu geprägt für PHAs mit Aldonsäure-Struktur, die zusätzlich als Chelator fungieren. Lactobionsäure ist ein Disaccharid-Derivat mit außergewöhnlich vielen Hydroxylgruppen (12), was ihr ermöglicht, Metallionen zu binden – eine Eigenschaft, die einfache PHAs wie Gluconolacton nicht besitzen. Diese Chelat-Funktion macht sie zum Antioxidans.

Kann ich Lactobionsäure mit Vitamin C oder Retinol kombinieren?

Ja, sogar mit synergistischen Effekten. Mit Vitamin C (L-Ascorbinsäure) funktioniert Lactobionsäure als Stabilisator – sie cheliert Metallionen, die sonst die Oxidation von Vitamin C katalysieren würden. Bei Retinol reduziert sie Irritationen durch ihre anti-inflammatorische Wirkung. Optimal: Lactobionsäure abends, Vitamin C morgens, oder beides nacheinander mit 15 Min. Wartezeit.

Wie unterscheidet sich Lactobionsäure von Milchsäure (Lactic Acid)?

Trotz ähnlicher Namen sind sie strukturell völlig verschieden. Milchsäure ist eine kleine Alpha-Hydroxysäure (90 Da) mit starker Exfoliation und Irritationspotenzial. Lactobionsäure ist eine große Polyhydroxysäure (358 Da) – 4x größer, deutlich sanfter, nicht-irritierend, und zusätzlich antioxidativ durch Chelator-Funktion. Lactobionsäure eignet sich für empfindliche Haut, Milchsäure nicht.

Warum sehe ich Ergebnisse erst nach Wochen, nicht sofort wie bei Glykolsäure?

Die große Molekülgröße führt zu langsamer, kontrollierter Penetration – Lactobionsäure exfoliiert über 6-8 Stunden statt in Minuten. Zudem wirkt sie nicht nur oberflächlich, sondern stimuliert dermale Prozesse (Kollagen-Synthese, GAG-Produktion), die naturgemäß 4-12 Wochen benötigen. Der Vorteil: keine Downtime, keine Rötung, kein Peeling – dafür nachhaltigere Ergebnisse.

Ist Lactobionsäure vegan, wenn sie aus Milchzucker gewonnen wird?

Das kommt auf die Quelle an. Industriell wird Lactobionsäure meist durch bakterielle Oxidation von Lactose produziert – diese kann aus Milch oder synthetisch hergestellt sein. Vegane Kosmetik verwendet biotechnologisch hergestellte Lactose aus pflanzlichen Zuckerquellen. Der fertige Wirkstoff ist chemisch identisch, prüfe die Herstellerangaben zur Lactose-Quelle.

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