Leichter Emollient

ISOPROPYL STEARATE
Synthetischer Fettsäureester

ISOPROPYL STEARATE ist Wird durch Veresterung von Isopropanol (2-Propanol) mit Stearinsäure hergestellt. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.

CAS: 112-10-7  |  Auch bekannt als: Isopropyl Octadecanoate, 2-Propyl Stearate, IPP-Stearate, Stearsäure-isopropylester, Wickenol 111
Stoffklasse Synthetischer Fettsäureester
INCI-Name ISOPROPYL STEARATE
CAS-Nummer 112-10-7
Komedogenitaet Grad 2-3 (mittel)

Was ist ISOPROPYL STEARATE?

Isopropyl Stearate ist ein synthetischer Fettsäureester, der seit den 1960er Jahren in der Kosmetikindustrie als leichter Emollient geschätzt wird. Er entsteht durch Veresterung von Isopropanol (2-Propanol) mit Stearinsäure — einer gesättigten Fettsäure, die meist aus pflanzlichen Ölen wie Kokos oder Palm gewonnen wird. Die Besonderheit: Die verzweigte Struktur des Isopropyl-Anteils verhindert die dichte Molekülpackung, wodurch Isopropyl Stearate ein trockenes, nicht-fettendes Hautgefühl erzeugt — im Gegensatz zu klassischen Ölen. Diese Eigenschaft machte ihn zum Pionier der sogenannten 'Dry Emollients', die heute in modernen Gel-Cremes, Seren und Primern unverzichtbar sind. In Formulierungen verbessert er die Spreitfähigkeit, beschleunigt die Absorption und hinterlässt ein seidiges, mattes Finish ohne Glanz.

Wusstest du? Isopropyl Stearate wurde ursprünglich in den 1950er Jahren für die Pharmaindustrie entwickelt — als Trägersubstanz für topische Arzneimittel, die schnell einziehen sollten ohne fettige Rückstände zu hinterlassen. Erst später entdeckte die Kosmetikindustrie sein Potenzial für elegante Texturen.

Woher kommt ISOPROPYL STEARATE?

Wird durch Veresterung von Isopropanol (2-Propanol) mit Stearinsäure hergestellt. Diese Reaktion findet unter Hitze und meist mit einem Katalysator statt, wobei Wasser als Nebenprodukt entsteht. Die Stearinsäure kann dabei sowohl pflanzlichen (Palmöl, Kokosöl) als auch tierischen Ursprungs sein, in moderner Kosmetik dominiert die pflanzliche Variante. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.

Wie wirkt ISOPROPYL STEARATE auf zellulaerer Ebene?

Bildet als leichter Ester einen atmungsaktiven, nicht-okklusiven Film auf der Hautoberfläche. Die verzweigte Isopropyl-Gruppe verhindert die dichte Packung, wodurch der Stoff deutlich weniger okklusiv ist als lineare Ester. Dieser Film reduziert den transepidermalen Wasserverlust (TEWL) minimal, verbessert aber spürbar das Hautgefühl durch Glättung der Hautoberfläche und Füllung von Mikrounebenheiten.

So wirkt ISOPROPYL STEARATE auf deine Haut

Sensorisches Soft-Touch-Finish

Die verzweigte Molekülstruktur ermöglicht ein trockenes, pudriges Nachgefühl auf der Haut — im Gegensatz zu linearen Estern, die oft einen öligen Film hinterlassen. Dieser sogenannte 'dry emollient'-Effekt macht Isopropyl Stearate besonders wertvoll in modernen Texturen wie Gel-Cremes oder Fluids. Das Ergebnis: Die Haut fühlt sich samtweich an, aber nicht fettig oder glänzend.

Spreitungsbeschleuniger

Durch die niedrige Viskosität (ca. 5-8 mPa·s bei 25°C) verbessert der Stoff das Gleitverhalten von Cremes und Lotionen deutlich. Produkte lassen sich leichter verteilen und ziehen schneller ein. In Formulierungen wirkt Isopropyl Stearate als 'Spreader', der die Verteilung anderer Wirkstoffe auf der Hautoberfläche optimiert — ein Effekt, der besonders bei hochkonzentrierten Seren geschätzt wird.

Optischer Weichzeichner-Effekt

Der dünne Film füllt feine Linien und Poren oberflächlich auf, wodurch die Hautstruktur optisch verfeinert wird. Dieser 'Soft-Focus'-Effekt beruht auf der Lichtstreuung an der geglätteten Hautoberfläche. Deshalb wird Isopropyl Stearate häufig in Primern und getönten Tagespflegen eingesetzt — er kaschiert kleine Unebenheiten, ohne Poren zu verstopfen.

Penetrationsförderer für Lipophile

Als kurzkettiger Ester kann Isopropyl Stearate die Absorption lipophiler (fettlöslicher) Wirkstoffe wie Retinol, Vitamin E oder Squalan leicht erhöhen. Der Mechanismus: Der Ester reduziert vorübergehend die Barrierefunktion der Lipidlamellen im Stratum corneum durch reversible Störung ihrer Ordnung. Dieser Effekt ist mild und temporär — dennoch kann er die Bioverfügbarkeit fettlöslicher Aktive um 10-20% steigern.

Minimale Barriere-Unterstützung

Im Gegensatz zu okklusiven Ölen bildet Isopropyl Stearate nur eine sehr leichte Schutzschicht. Der transepidermale Wasserverlust (TEWL) wird um etwa 5-15% reduziert — deutlich weniger als bei Petrolatum (70-80%) oder Sheabutter (40-50%). Diese geringe Okklusivität ist gewollt: Sie verhindert das 'Ersticken' der Haut und ermöglicht normale Stoffwechselprozesse, bietet aber dennoch einen Hauch Schutz vor Umwelteinflüssen.

Dosierung & Regulierung

Typische Einsatzkonzentration: 0.5-5% in Gesichtscremes und Lotionen, 2-10% in Bodylotions, bis zu 15% in Foundations und BB-Creams
EU-Regulierung: Keine spezifische Einschränkung gemäß EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009

Fuer wen ist ISOPROPYL STEARATE geeignet?

Normale Haut

Die leichte, nicht-fettende Textur wird schnell absorbiert und hinterlässt ein seidiges, gepflegtes Hautgefühl ohne Schweregefühl.

Mischhaut

Durch die geringe Okklusivität beschwert der Stoff fettige T-Zonen nicht, während trockene Wangen ein geschmeidiges Finish erhalten.

Leicht trockene Haut

Verbessert das Auftragsgefühl von Pflegeprodukten merklich und reduziert leichten Feuchtigkeitsverlust, ohne intensive Rückfettung zu leisten.

ISOPROPYL STEARATE in deiner Routine

Tägliche Gesichtspflege

In Tages- und Nachtcremes sorgt Isopropyl Stearate für ein angenehmes Auftragsgefühl ohne Fettglanz. Besonders in leichten Gel-Cremes (1-3%) verbessert er die Textur merklich. Nach der Reinigung und dem Serum auftragen — die schnelle Absorption ermöglicht ein unmittelbares Make-up-Layering.

Primer & Make-up-Vorbereitung

In Primern (5-10%) glättet der Stoff die Hautoberfläche optimal für Foundation-Auftrag. Die matte Oberfläche verhindert Verrutschen von Make-up und verlängert dessen Haltbarkeit. Etwa erbsengroße Menge vor der Foundation einarbeiten — Einziehzeit nur 30-60 Sekunden.

Körperlotions für schnelle Absorption

In Body Lotions (3-7%) ermöglicht Isopropyl Stearate das sofortige Anziehen nach dem Auftrag — ohne Klebeeffekt oder fettige Rückstände auf der Kleidung. Besonders morgens geschätzt, wenn es schnell gehen muss. Großzügig auf feuchte Haut nach dem Duschen auftragen.

Sonnenschutz-Optimierung

In chemischen UV-Filtern verbessert der Ester die Spreitfähigkeit und reduziert den typischen 'Weißeleffekt' mineralischer Filter. Sonnencremes mit Isopropyl Stearate ziehen schneller ein und hinterlassen weniger weißen Cast. Großzügig 15 Minuten vor Sonnenexposition auftragen.

Lagerung: Relativ stabil bei Raumtemperatur. Sollte vor starker Hitze (>40°C längerfristig) geschützt werden, da sonst oxidative Prozesse beschleunigt werden können. UV-Licht kann über längere Zeit zu leichter Vergilbung führen — daher in lichtgeschützten Verpackungen lagern. pH-Stabilität: optimal zwischen pH 4-8. Unter pH 3 oder über pH 10 kann Esterhydrolyse auftreten.

RAU Cosmetics Produkte mit ISOPROPYL STEARATE

Haeufige Fragen zu ISOPROPYL STEARATE

Warum glänzt meine Haut mit Isopropyl Stearate nicht, obwohl es ein Öl-Ersatz ist?

Isopropyl Stearate ist kein klassisches Öl, sondern ein synthetischer Ester mit verzweigter Struktur. Diese Verzweigung verhindert, dass sich die Moleküle dicht packen und einen hochglänzenden, öligen Film bilden. Stattdessen entsteht ein 'trockener' Film mit matter bis seidiger Oberfläche. Chemisch gesprochen: Die Isopropyl-Gruppe stört die Van-der-Waals-Wechselwirkungen zwischen den Fettsäureketten, wodurch der Film weniger reflektierend wird. Das macht ihn ideal für moderne Texturen, die Pflege ohne Glanz bieten sollen.

Kann Isopropyl Stearate bei zu Unreinheiten neigender Haut Probleme verursachen?

Ja, bei manchen Menschen schon. Mit einer Komedogenität von Grad 2-3 gilt der Stoff als moderat porenverstopfend — nicht so problematisch wie Kokosöl (Grad 4), aber auch nicht so sicher wie Squalan (Grad 0-1). Die Reaktion ist individuell: Bei leichter Akneneigung kann er in niedrigen Konzentrationen (unter 2%) toleriert werden, bei stark zu Unreinheiten neigender Haut sollte man vorsichtig sein. Der Mechanismus: Der Ester kann sich in den Porenöffnungen anreichern und zusammen mit Talg und abgestorbenen Hautzellen Mikrokomedonen bilden. Bei fettiger, akneanfälliger Haut besser auf nicht-komedogene Alternativen wie Dicaprylyl Carbonate ausweichen.

Warum wird Isopropyl Stearate oft mit Dimethicone kombiniert?

Diese Kombination ist ein Klassiker in der modernen Formulierungstechnik. Isopropyl Stearate und Dimethicone ergänzen sich perfekt: Der Ester sorgt für Geschmeidigkeit und leichte Rückfettung, das Silikon für Gleitfähigkeit und einen seidigen Nachgriff. Zusammen erzeugen sie ein luxuriöses Hautgefühl ohne Schwere oder Klebrigkeit — das sogenannte 'Premium-Touch'. Technisch gesehen: Isopropyl Stearate füllt die Lücken zwischen den Dimethicone-Molekülen und verbessert die Filmbildung, während Dimethicone die Spreitfähigkeit des Esters weiter optimiert. Das Ergebnis ist ein homogener, atmungsaktiver Film mit hervorragenden sensorischen Eigenschaften.

Ist Isopropyl Stearate ein natürlicher oder synthetischer Inhaltsstoff?

Synthetisch. Auch wenn die Stearinsäure-Komponente aus pflanzlichen Ölen (Kokos, Palm) stammen kann, erfolgt die Veresterung mit Isopropanol immer im Labor. Natürliches Isopropanol existiert nur in Spuren — die industrielle Herstellung erfolgt durch Hydrierung von Aceton. Daher gilt Isopropyl Stearate nicht als 'natürlicher' Rohstoff und ist in zertifizierter Naturkosmetik (COSMOS, NaTrue) nicht zugelassen. Für Clean-Beauty-Formulierungen kann er jedoch akzeptabel sein, da er gut verträglich ist und keine bedenklichen Verunreinigungen aufweist.

Warum zieht eine Creme mit Isopropyl Stearate schneller ein als eine mit Sheabutter?

Die Molekülgröße macht den Unterschied. Isopropyl Stearate ist ein relativ kleines Molekül (Molmasse 326 g/mol) mit niedriger Viskosität, das schnell in die obersten Hautschichten eindringt. Sheabutter dagegen ist ein komplexes Gemisch aus Triglyceriden, Sterolen und Fettsäuren mit deutlich höherem Molekulargewicht — diese Moleküle bleiben länger auf der Hautoberfläche und ziehen langsamer ein. Zudem ist Isopropyl Stearate bei Hauttemperatur flüssig, während Sheabutter teilweise fest bleibt. Das Resultat: Der Ester verschwindet in 1-2 Minuten in der Haut, Sheabutter benötigt 5-10 Minuten. Für schnelle Morgenroutinen ist das ein entscheidender Vorteil.

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