Geranienöl
Ätherisches Öl (Wasserdampfdestillation)
Geranienöl ist Wird durch Wasserdampfdestillation aus den Blüten, Blättern und Stängeln der Duftgeranie (Pelargonium graveolens) gewonnen. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.
Was ist Geranienöl?
Geranienöl, gewonnen aus der südafrikanischen Duftgeranie Pelargonium graveolens, ist ein vielseitiges ätherisches Öl mit ausgeprägter talgregulierender und antimikrobieller Wirkung. Seine Hauptwirkstoffe – Citronellol (22-28%), Geraniol (15-20%) und Linalool (8-12%) – machen es besonders wertvoll für fettige, unreine und Mischhaut. In der Aromatherapie wird Geranienöl seit Jahrhunderten zur Hautpflege eingesetzt, da es die Sebumproduktion auf natürliche Weise ausbalanciert. Interessant: Das Öl wird häufig als kostengünstige Alternative zu echtem Rosenöl verwendet, da beide eine ähnliche chemische Zusammensetzung aufweisen – weshalb Geranienöl auch als "Rosengeranie" bekannt ist.
Woher kommt Geranienöl?
Wird durch Wasserdampfdestillation aus den Blüten, Blättern und Stängeln der Duftgeranie (Pelargonium graveolens) gewonnen. Für 1 kg ätherisches Öl werden etwa 300-500 kg frisches Pflanzenmaterial benötigt – das erklärt den höheren Preis im Vergleich zu Basisölen. Der botanische Name lautet Pelargonium graveolens (Familie: Geraniaceae (Storchschnabelgewächse)). Verwendet wird: Blüten, Blätter und Stängel. Hauptherkunftsregionen: Ursprünglich Südafrika, heute hauptsächlich Ägypten, Réunion, Marokko, China. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.
Wie wirkt Geranienöl auf zellulaerer Ebene?
Die Hauptwirkstoffe Citronellol (22-28%), Geraniol (15-20%) und Linalool (8-12%) interagieren mit Hautrezeptoren und modulieren die Talgproduktion. Geraniol hemmt das Wachstum von Propionibacterium acnes durch Zerstörung der Zellmembran. Die phenolischen Komponenten wirken antioxidativ, indem sie freie Radikale neutralisieren und so oxidativen Stress in der Haut reduzieren.
So wirkt Geranienöl auf deine Haut
Talgregulierung
Die im Geranienöl enthaltenen Monoterpenalkohole (Geraniol, Citronellol) beeinflussen die Sebumproduktion auf hormoneller Ebene. Sie interagieren mit den Rezeptoren der Talgdrüsen und normalisieren deren Aktivität – bei fettiger Haut wird die Überproduktion gedrosselt, bei trockener Haut sanft angeregt. Dieser ausgleichende Effekt macht Geranienöl besonders wertvoll für Mischhaut.
Antimikrobielle Wirkung
Geraniol durchdringt die Zellmembran von Propionibacterium acnes (Hauptverursacher von Akne) und führt zum Austritt von Zellinhalt, was die Bakterien abtötet. Gleichzeitig wirkt Citronellol fungizid gegen Candida-Hefen. Diese doppelte antimikrobielle Wirkung macht das Öl effektiv bei unreiner Haut und leichten Hautinfektionen.
Entzündungshemmung
Die phenolischen Verbindungen im Geranienöl inhibieren die Cyclooxygenase (COX-2) und reduzieren dadurch die Prostaglandin-Synthese – ähnlich wie NSAID-Medikamente, aber sanfter. Dies lindert Rötungen, Schwellungen und Irritationen. Besonders wirksam bei entzündlicher Akne und Rosazea im Anfangsstadium.
Zellerneuerung
Geraniol stimuliert die Fibroblasten-Aktivität in der Dermis und fördert die Kollagensynthese. Gleichzeitig verbessert es die Mikrozirkulation durch Vasodilatation (Gefäßerweiterung), was die Nährstoffversorgung der Hautzellen optimiert. Nach regelmäßiger Anwendung zeigt sich ein ebenmäßigeres, strafferes Hautbild.
Adstringierende Eigenschaft
Die im Öl enthaltenen Gerbstoffe und Monoterpene ziehen die Hautporen zusammen und straffen das Gewebe durch Protein-Denaturierung in den obersten Hautschichten. Dies verfeinert das Hautbild optisch und reduziert die Porengröße temporär – ideal für großporige, fettige Haut.
Dosierung & Regulierung
Fuer wen ist Geranienöl geeignet?
Reguliert die Talgproduktion durch hormonähnliche Wirkung auf Sebumdrüsen und verfeinert dadurch das Hautbild
Balanciert die Ölproduktion in der T-Zone, ohne trockene Partien auszutrocknen – ideal für kombinierte Hautbedürfnisse
Stimuliert die Mikrozirkulation und fördert die Zellerneuerung, was zu einem frischeren, strafferen Hautbild beiträgt
Wirkt antibakteriell gegen Akne-Bakterien (P. acnes) und reduziert gleichzeitig Entzündungen durch seine entzündungshemmenden Monoterpenalkohole
Geranienöl in deiner Routine
Gesichtsreinigung
Mische 2-3 Tropfen Geranienöl in dein Gesichtsöl oder in 10 ml Jojobaöl für eine sanfte, talgregulierender Reinigung. Massiere es abends in die noch feuchte Haut ein und entferne Rückstände mit einem warmen Tuch.
Serum-Booster
Füge 1 Tropfen Geranienöl zu deinem Serum hinzu (nicht mehr, um Hautirritationen zu vermeiden). Am besten in Seren mit Hyaluronsäure oder Niacinamid für synergistische Effekte bei fettiger oder Mischhaut.
Gesichtsdampfbad
Gib 3-4 Tropfen in eine Schüssel mit heißem Wasser und halte dein Gesicht 5-10 Minuten über den Dampf (Handtuch über den Kopf). Dies öffnet die Poren und ermöglicht eine tiefere Wirkung der antimikrobiellen Komponenten.
Spot-Treatment
Bei einzelnen Unreinheiten: 1 Tropfen Geranienöl mit 1 Tropfen Jojobaöl verdünnen und punktuell auf Pickel auftragen. Die antibakterielle Wirkung reduziert Entzündungen über Nacht.
RAU Cosmetics Produkte mit Geranienöl
Haeufige Fragen zu Geranienöl
Warum riecht Geranienöl manchmal nach Rose, manchmal nach Minze?
Das hängt von der Chemotyp-Variante und dem Anbaugebiet ab. Geranienöl aus Ägypten und Réunion (Bourbon) hat einen höheren Citronellol-Anteil und duftet rosenähnlich, während marokkanisches Öl mehr Menthon enthält und minziger riecht. Auch die Erntezeit beeinflusst die Duftrichtung: Früh geerntete Pflanzen enthalten mehr Geraniol (rosig), spät geerntete mehr Citronellol (frisch-krautig).
Kann Geranienöl Hormone beeinflussen?
Es gibt Hinweise darauf, dass die im Geranienöl enthaltenen Monoterpenalkohole eine milde östrogene Aktivität aufweisen können. Diese ist jedoch deutlich schwächer als bei Salbei- oder Fenchelöl. Bei normaler kosmetischer Anwendung (unter 1% Konzentration) ist keine hormonelle Wirkung zu erwarten. Schwangere und stillende Frauen sollten dennoch vorsichtshalber auf hochkonzentrierte Anwendungen verzichten.
Warum wird Geranienöl oft als 'armes Rosenöl' bezeichnet?
Weil es chemisch dem deutlich teureren Rosenöl (Rosa damascena) sehr ähnlich ist: Beide enthalten hohe Anteile an Citronellol und Geraniol. Die Parfümindustrie nutzt Geranienöl daher häufig als kostengünstige Alternative zu Rosenöl. Für kosmetische Zwecke ist Geranienöl jedoch nicht unterlegen – es bietet vergleichbare hautpflegende Eigenschaften bei einem Bruchteil des Preises.
Wie schnell oxidiert Geranienöl und woran erkenne ich das?
Ätherische Öle mit hohem Monoterpenalkohol-Anteil wie Geranienöl oxidieren langsamer als Terpen-reiche Öle (z.B. Zitrusöle), aber schneller als fette Öle. Nach etwa 12-18 Monaten bei Raumtemperatur beginnt die Oxidation, erkennbar an einem muffigen, harzig-metallischen Geruch statt des frischen, rosigen Dufts. Oxidiertes Öl verliert seine antimikrobielle Wirkung und kann Hautirritationen auslösen – daher kühl, dunkel und luftdicht lagern.
Hilft Geranienöl wirklich gegen erweiterte Poren?
Ja, aber nur temporär. Die adstringierenden Tannine im Öl ziehen das Gewebe zusammen und lassen Poren optisch kleiner erscheinen. Dieser Effekt hält 4-6 Stunden an. Langfristig kann die talgregulierender Wirkung dazu beitragen, dass sich weniger Talg in den Poren ansammelt und diese dadurch dauerhaft weniger auffällig werden – das dauert aber etwa 6-8 Wochen regelmäßiger Anwendung.
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