Cellulose
Pflanzliches Strukturpolymer (Polysaccharid)
Cellulose ist Wird aus pflanzlicher Biomasse gewonnen, meist durch mechanische oder chemische Aufbereitung von Baumwolle (98% reine Cellulose) oder Holzzellstoff. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.
Was ist Cellulose?
Cellulose ist das häufigste organische Polymer der Erde und bildet das strukturelle Grundgerüst aller Pflanzen. In der Kosmetik wird sie vor allem aus Baumwolle (98% reine Cellulose) oder Holzzellstoff gewonnen und dient als multifunktionaler Wirkstoff: Sie bindet Feuchtigkeit, stabilisiert Emulsionen, verleiht Produkten eine luxuriöse Textur und wirkt als biologisch abbaubare Peeling-Alternative zu Mikroplastik. Besonders interessant ist mikrokristalline Cellulose (MCC), die durch kontrollierte Hydrolyse entsteht und einen optischen Weichzeichner-Effekt (Soft-Focus) erzeugt — ideal für Primer und Foundations. Anders als viele moderne Wirkstoffe dringt Cellulose nicht in die Haut ein, sondern wirkt rein physikalisch an der Oberfläche.
Woher kommt Cellulose?
Wird aus pflanzlicher Biomasse gewonnen, meist durch mechanische oder chemische Aufbereitung von Baumwolle (98% reine Cellulose) oder Holzzellstoff. Cellulose ist das häufigste organische Polymer der Erde und Hauptbestandteil pflanzlicher Zellwände. Verwendet wird: Zellwände aller Pflanzen, technisch meist aus Baumwolle oder Holz. Hauptherkunftsregionen: Weltweit (pflanzliche Biomasse). In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.
Wie wirkt Cellulose auf zellulaerer Ebene?
Cellulose bildet in kosmetischen Formulierungen ein feines, wasserbindendes Netzwerk auf der Hautoberfläche. Durch die β-1,4-glykosidischen Bindungen zwischen den Glucose-Einheiten entsteht eine lineare, unverzweigte Kettenstruktur, die mechanisch Feuchtigkeit hält und eine glättende Schutzschicht formt. Die zahlreichen Hydroxylgruppen ermöglichen Wasserstoffbrückenbindungen, wodurch Cellulose als natürlicher Filmbildner und Verdicker fungiert — ohne in die Haut einzudringen.
So wirkt Cellulose auf deine Haut
Feuchtigkeitsbindung
Die linearen Cellulose-Ketten besitzen zahlreiche Hydroxylgruppen (-OH), die über Wasserstoffbrücken Wassermoleküle binden. Pro Glucose-Einheit sind 3 OH-Gruppen verfügbar, was bei langkettiger Cellulose eine enorme Wasserbindungskapazität ergibt. Anders als Hyaluronsäure dringt Cellulose nicht in die Haut ein, sondern bildet einen feuchtigkeitshaltenden Film an der Oberfläche.
Textur-Optimierung
Cellulose und ihre Derivate (wie Hydroxypropylcellulose) erhöhen die Viskosität von Emulsionen durch Ausbildung eines dreidimensionalen Netzwerks. Dieses Netzwerk entsteht durch Van-der-Waals-Kräfte zwischen den Polymerketten und verleiht Cremes eine luxuriöse, geschmeidige Konsistenz. Gleichzeitig verhindert es die Phasentrennung von Öl und Wasser.
Sofort-Glättung
Mikrokristalline Cellulose (MCC) wirkt als optischer Weichzeichner: Die feinen Partikel (5-50 μm) streuen einfallendes Licht diffus und lassen Poren sowie feine Linien verschwimmen (Soft-Focus-Effekt). In Foundations und Primern wird dieser Effekt gezielt für ein ebenmäßigeres Hautbild genutzt — ohne invasive Wirkung.
Mechanisches Peeling
In Peelingformulierungen dient mikrokristalline Cellulose als biodegradable Alternative zu Mikroplastik. Die Partikel besitzen eine sphärische Form und leicht raue Oberfläche, die abgestorbene Hautzellen mechanisch ablöst, ohne Mikroverletzungen zu verursachen. Im Gegensatz zu Polyethylen ist Cellulose vollständig biologisch abbaubar.
Formulierungs-Stabilisator
Cellulose-Derivate wie Carboxymethylcellulose (CMC) stabilisieren Emulsionen durch Erhöhung der Grenzflächenviskosität. Sie lagern sich an der Öl-Wasser-Grenzfläche an und verhindern die Koaleszenz von Tröpfchen. Zusätzlich binden sie freie Radikale durch Chelatbildung mit Metallionen und schützen so empfindliche Wirkstoffe vor Oxidation.
Dosierung & Regulierung
Fuer wen ist Cellulose geeignet?
Als inertes, nicht-reaktives Polymer verursacht Cellulose praktisch keine Hautreizungen und schützt empfindliche Haut durch Filmbildung vor äußeren Reizen.
Bindet Feuchtigkeit an der Hautoberfläche durch Wasserstoffbrückenbindungen und reduziert transepidermalen Wasserverlust ohne Okklusion.
Nicht komedogen (Grad 0) und reguliert die Viskosität von Formulierungen ohne Poren zu verstopfen.
Der Filmbildungseffekt glättet feine Linien optisch sofort (Soft-Focus-Effekt) und stabilisiert Wirkstoffe in Anti-Aging-Formulierungen.
Cellulose in deiner Routine
In Seren & Cremes
Cellulose ist meist bereits in fertigen Produkten enthalten (0.5-2%). Achte auf Inhaltsstoffe wie 'Cellulose', 'Microcrystalline Cellulose' oder 'Hydroxypropyl Methylcellulose' in der INCI-Liste. Trage das Produkt auf gereinigte Haut auf und lasse es kurz einziehen — der Filmbildungseffekt entfaltet sich innerhalb von 1-2 Minuten.
In Peelings
Verwende 1-2x wöchentlich ein Peeling mit mikrokristalliner Cellulose. Massiere das Produkt mit kreisenden Bewegungen für 30-60 Sekunden ein. Die sphärischen Cellulose-Partikel lösen abgestorbene Hautzellen sanft ab, ohne die Haut zu irritieren. Anschließend gründlich mit lauwarmem Wasser abspülen.
Als Make-up-Primer
Produkte mit Cellulose/MCC als Primer auftragen (etwa erbsengroße Menge). Der Soft-Focus-Effekt glättet Poren und feine Linien optisch sofort. Warte 1-2 Minuten, bis der Film getrocknet ist, bevor du Foundation aufträgst — so hält das Make-up länger und das Hautbild wirkt ebenmäßiger.
Kombination mit Actives
Cellulose stabilisiert Formulierungen mit empfindlichen Wirkstoffen (Vitamin C, Retinol, Niacinamid). Trage zuerst dein Wirkstoff-Serum auf, dann eine cellulose-haltige Creme als Versiegelung. Die Cellulose bindet Feuchtigkeit und schützt die Actives vor Oxidation durch Luftsauerstoff.
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RAU CosmeticsHaeufige Fragen zu Cellulose
Ist Cellulose in Kosmetik dasselbe wie in Papier?
Chemisch ja — es handelt sich um das gleiche Polymer (β-1,4-verknüpfte Glucose-Ketten). Allerdings wird kosmetische Cellulose deutlich aufgereinigt und oft zu mikrokristalliner Cellulose (MCC) verarbeitet. MCC hat eine definierte Partikelgröße (5-50 μm) und ist frei von Lignin und Hemicellulosen, die in Papier-Cellulose enthalten sind. Außerdem wird sie sterilisiert und auf Schwermetalle geprüft.
Kann Cellulose die Poren verstopfen?
Nein, Cellulose ist nicht komedogen (Grad 0). Das Polymer ist zu groß (Molekulargewicht bis 1,5 Mio. g/mol), um in Poren einzudringen. Es bildet lediglich einen atmungsaktiven Film auf der Hautoberfläche. Selbst mikrokristalline Cellulose mit Partikelgrößen ab 5 μm ist größer als die durchschnittliche Porenöffnung (20-50 μm bei öliger Haut) und wird beim Waschen vollständig entfernt.
Warum ist Cellulose in veganen Produkten so beliebt?
Cellulose ersetzt traditionelle tierische Verdicker wie Kollagen, Gelatine oder Bienenwachs. Als rein pflanzliches Polymer ist sie vegan, nachhaltig (aus nachwachsenden Rohstoffen) und biologisch abbaubar. Mikrokristalline Cellulose wird auch als umweltfreundliche Alternative zu Mikroplastik-Peelingkörpern (Polyethylen) eingesetzt, da sie im Abwasser vollständig von Mikroorganismen zersetzt wird.
Kann ich allergisch auf Cellulose reagieren?
Allergien auf reine Cellulose sind extrem selten, da das Polymer chemisch inert ist und keine Proteine enthält (im Gegensatz zu Pflanzenextrakten). Einzige dokumentierte Fälle betreffen Kontamination mit Restproteinen bei unzureichend gereinigter Cellulose. Bei Cellulose-Derivaten wie Carboxymethylcellulose (CMC) oder Hydroxyethylcellulose (HEC) können in seltenen Fällen Unverträglichkeiten auftreten, meist aufgrund der chemischen Modifikation, nicht der Cellulose selbst.
Unterscheiden sich pflanzliche und synthetische Cellulose?
Alle Cellulose ist pflanzlichen Ursprungs — es gibt keine 'synthetische' Cellulose im eigentlichen Sinne. Was oft als 'synthetisch' bezeichnet wird, sind Cellulose-Derivate wie Carboxymethylcellulose (CMC), Hydroxypropylcellulose (HPC) oder Methylcellulose. Diese entstehen durch chemische Modifikation natürlicher Cellulose (z.B. Veresterung, Verätherung) und haben dadurch verbesserte Löslichkeit oder Verdickungseigenschaften. Die Basis bleibt jedoch immer pflanzliche Cellulose aus Holz oder Baumwolle.
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