Aminosäuretensid
Mildes anionisches Aminosäuretensid (Glutaminsäure-Derivat)
Aminosäuretensid ist Wird durch Kondensation von Kokosöl-Fettsäuren mit der körpereigenen Aminosäure L-Glutaminsäure hergestellt. Erfahre hier alles ueber Herkunft, Wirkung und die beste Anwendung in deiner taeglichen Pflegeroutine.
Was ist Aminosäuretensid?
Sodium Cocoyl Glutamate ist ein biomimetisches Tensid der zweiten Generation, das die Lücke zwischen aggressiven Sulfaten und unwirksamen 'Naturkosmetik-Tensiden' schliesst. Es entsteht durch Verknüpfung von Kokosöl-Fettsäuren mit der körpereigenen Aminosäure L-Glutaminsäure – eine Substanz, die auch in der menschlichen Epidermis als Teil des Natural Moisturizing Factor (NMF) vorkommt. Diese strukturelle Verwandtschaft erklärt die aussergewöhnliche Hautverträglichkeit: In Patch-Tests zeigt Sodium Cocoyl Glutamate bei 10%iger Konzentration weniger als 5% Irritationspotential, während SLS bei gleicher Dosierung bei über 80% der Probanden Rötungen auslöst. Besonders in Japan und Südkorea ist dieser Inhaltsstoff seit den 1980er Jahren Standard in Premium-Hautpflege – nicht umsonst gilt er dort als 'das Tensid für atopische Haut'.
Woher kommt Aminosäuretensid?
Wird durch Kondensation von Kokosöl-Fettsäuren mit der körpereigenen Aminosäure L-Glutaminsäure hergestellt. Diese biomimetische Synthese erzeugt ein Tensid, das strukturell den natürlichen Hautlipiden ähnelt – daher deutlich hautschonender als klassische Sulfat-Tenside. Der botanische Name lautet Cocos nucifera (Kokosnuss-Ursprung) (Familie: Arecaceae). Verwendet wird: Fruchtfleisch (Kokosöl-Gewinnung). Hauptherkunftsregionen: Tropisches Asien, Pazifik, Karibik. In der modernen Kosmetik unterliegt die Gewinnung und Verarbeitung strengen Qualitaetsstandards gemaess der EU-Kosmetikverordnung (EG) Nr. 1223/2009. RAU Cosmetics bezieht ausschliesslich Rohstoffe in Kosmetik-Qualitaet von geprueften Lieferanten.
Wie wirkt Aminosäuretensid auf zellulaerer Ebene?
Dieses Tensid besitzt eine amphiphile Struktur: Der hydrophobe Fettsäurerest (aus Kokosöl) bindet Schmutz und Talg, während die hydrophile Glutamat-Kopfgruppe Wasserlöslichkeit ermöglicht. Im Gegensatz zu Sulfaten (SLS/SLES) liegt der isoelektrische Punkt nahe dem pH-Wert der Haut (pH 5-6), wodurch die Hautbarriere weniger angegriffen wird. Zusätzlich bildet Sodium Cocoyl Glutamate einen feinen, cremigen Schaum mit geringer Irritationswirkung – ideal für empfindliche Haut oder Kopfhaut.
So wirkt Aminosäuretensid auf deine Haut
Sanfte Tiefenreinigung
Entfernt überschüssigen Talg, Makeup und Umweltpartikel durch mizellare Emulgierung. Die kurzkettigen Fettsäuren (C12-C14 aus Kokosöl) dringen in Poren ein, ohne die Lipidbarriere zu zerstören – messbar durch geringere TEWL-Werte (transepidermaler Wasserverlust) im Vergleich zu SLS.
Barriere-Schutz
Bewahrt die natürliche Zusammensetzung des Stratum corneum: In-vitro-Studien zeigen, dass Glutamat-Tenside Ceramide und Cholesterol deutlich weniger auswaschen als Sulfate. Dies verhindert den typischen 'Squeaky-Clean'-Effekt, der oft zu Rebound-Seborrhoe führt.
Anti-irritative Wirkung
Reduziert die Freisetzung von Entzündungsmediatoren (IL-1α, IL-8) in Keratinozyten – klinisch nachgewiesen bei 2-wöchiger Anwendung. Der pH-Wert von 5.5-6.5 stabilisiert zudem die hauteigene Mikroflora, was Dysbiosen (z.B. übermässiges Wachstum von Malassezia bei Schuppen) entgegenwirkt.
Feuchtigkeits-Retention
Die Glutaminsäure-Komponente bindet Wasser über Carboxyl- und Aminogruppen – ein schwacher, aber messbarer humektanter Effekt. Nach der Reinigung bleibt die Haut geschmeidiger (höhere Corneometer-Werte) als nach Sulfat-Tensiden.
Biologische Abbaubarkeit
Wird von Mikroorganismen binnen 7-28 Tagen zu CO₂ und Wasser metabolisiert (OECD-Test 301). Keine Bioakkumulation in aquatischen Systemen – ein klarer Vorteil gegenüber persistenten Silikonen oder quaternären Ammoniumverbindungen.
Dosierung & Regulierung
Fuer wen ist Aminosäuretensid geeignet?
Minimale Barriereschädigung durch hautneutralen pH-Wert und biomimetische Struktur – ideal bei Neurodermitis oder Rosacea.
Reinigt ohne übermässige Entfettung, da nur schwach denaturierend auf Hautproteine wirkt.
Reduziert Juckreiz und Schuppenbildung durch sanfte Reinigung ohne aggressive Sulfate.
Geprüft milde Formulierungen (häufig in Baby-Shampoos) – augenverträglich und schleimhautschonend.
Aminosäuretensid in deiner Routine
Gesichtsreinigung (morgens/abends)
Erbsengrosse Menge mit Wasser aufschäumen, sanft einmassieren (30-60 Sekunden). Mit lauwarmem Wasser abspülen – keine heisse Dusche, da dies die Barriere zusätzlich schwächt.
Shampoo-Anwendung
Bei empfindlicher Kopfhaut: Nur die Kopfhaut shampoonieren, Längen/Spitzen nur mit ablaufendem Schaum reinigen. Einwirkzeit 1-2 Minuten für optimale Mizellbildung, dann gründlich ausspülen.
Doppelreinigung (nach Makeup/Sonnenschutz)
Erst mit ölbasiertem Cleanser vorbehandeln, dann mit Aminosäuretensid nachspülen. So werden auch wasserfeste Formulierungen restlos entfernt, ohne mechanische Reibung.
Kombination mit Säuren (AHA/BHA)
Morgens Aminosäuretensid-Cleanser verwenden, abends Säure-Peeling – nicht gleichzeitig, da der pH-Wert des Tensids (5.5-6) die Wirkung freier Säuren (pH 3-4) abschwächt.
RAU Cosmetics Produkte mit Aminosäuretensid
Haeufige Fragen zu Aminosäuretensid
Warum ist Sodium Cocoyl Glutamate teurer als Sulfat-Tenside?
Die Herstellung erfordert hochreine L-Glutaminsäure (oft fermentativ gewonnen) und eine mehrstufige Kondensationsreaktion unter kontrollierten Bedingungen. Klassisches SLS entsteht hingegen durch simple Sulfatierung von Laurylalkohol – ein Bruchteil der Produktionskosten. Zudem sind die Ausbeuten bei Aminosäuretensiden geringer, und es fallen Kosten für die Abtrennung von Nebenprodukten an.
Kann Sodium Cocoyl Glutamate Proteine in der Haut schädigen?
Nein, die Denaturierungswirkung ist minimal. Während SLS bei Konzentrationen >1% Keratin und Kollagen aufquellen lässt (nachweisbar durch erhöhte Absorption bei 280 nm im UV-Spektrum), zeigt Sodium Cocoyl Glutamate selbst bei 10% keine signifikante Proteindenaturierung. Der Grund: Die Glutamat-Kopfgruppe ist zu gross und zu hydrophil, um tief in Proteinstrukturen einzudringen.
Schäumt Sodium Cocoyl Glutamate genauso stark wie SLS?
Nein, der Schaum ist cremiger und weniger voluminös, aber stabiler. Das liegt an der Molekülgeometrie: Glutamat-Tenside bilden dickere Lamellen (ca. 3-5 nm vs. 1-2 nm bei SLS), was zu kleineren, langlebigeren Schaumblasen führt. Für viele Anwender fühlt sich das 'luxuriöser' an, auch wenn die Schaumhöhe geringer ist. In Shampoos wird daher oft ein Co-Tensid wie Cocamidopropyl Betaine zugesetzt, um die Schaumbildung zu verstärken.
Ist Sodium Cocoyl Glutamate auch für die Intimhygiene geeignet?
Ja, sogar besonders gut. Der pH-Wert (5.5-6) liegt nahe dem vaginalen Milieu (pH 3.8-4.5) und stört die Lactobacillus-Flora nicht. Klinische Studien zeigen, dass Glutamat-Tenside das Risiko für bakterielle Vaginosen und Pilzinfektionen deutlich senken im Vergleich zu alkalischen Seifen (pH 9-10) oder aggressiven Sulfaten. Wichtig: Keine zugesetzten Duftstoffe verwenden.
Kann man Sodium Cocoyl Glutamate mit Niacinamid oder Vitamin C kombinieren?
Ja, ohne Probleme. Da das Tensid im leicht sauren Bereich stabil ist, kommt es nicht zu Wechselwirkungen mit Ascorbinsäure (Vitamin C) oder Niacinamid. Allerdings sollte die Reinigung immer VOR der Wirkstoffpflege erfolgen – nie Seren mit Tensiden mischen, da dies die Penetration der Wirkstoffe verhindert und Mizellen die aktiven Moleküle 'einkapseln' können.
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